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Hüftgelenkarthrose und Radfahren

Mit diesem Bericht möchte ich allen Mut machen, die Hüftgelenk-Arthrose haben und  RADFAHREN.

1.0  Die Vorgeschichte:

Mein Alter ist 68 Jahre.
Ich habe den Radsport mit Arthrose 22 Jahre recht sportlich ausgeführt.
Mit dem 42 Lebensjahr machte sich die Hüftgelenk-Arthrose (rechts und links) erstmals Bemerkbar.
Meine damaligen Sportarten waren Tennis und Laufen (bis 15 km).
Da die Schmerzen nicht unerheblich waren, begab ich mich zur Untersuchung in die UNI-Klinik Essen.
Die Ärzte schlugen mir eine Umstellungsosteotomie vor. Ich habe anschließend noch mehrere Fachärzte aufgesucht, die mir fast alle unterschiedliche Behandlungs-Maßnahmen vorgeschlagen haben.
Nur ein Facharzt gab mir den Rat, erstmals keinen operativen Eingriff durchführen zu lassen und meine Sportarten umzustellen auf Schwimmen und Radfahren. Ich habe dann ¼ Jahr keinen Sport getrieben und die Schmerzen ließen langsam wieder nach. Anfang 1985 bin ich dann mit dem RADFAHREN angefangen.
Zuerst mit dem Rennrad und später auch mit dem Mountainbike.
Durch intensives Training war ich in der Zeit in der Lage, je nach Gelände einen Schnitt zwischen 25 bis 30 KM/H zu fahren. Ich habe dabei keine Schmerzen in den Gelenken gehabt.
In den Jahren von 1990 bis 2003 bin ich zwischen 6000 und 11000 km pro Jahr gefahren und habe oft an RTF/CTF Veranstaltungen teilgenommen und bin Bike-Marathons gefahren. Ende - 2003 verspürte ich erstmals wieder Schmerzen im linken Hüftgelenk (des Nachts und beim GEHEN).
Im Jahr 2004 musste ich dann meine Radfahr-Aktivitäten auf 6000 km pro Jahr reduzieren.
Die Schmerzen wurden im Jahr 2005 immer größer und ich konnte Strecken über 2 km nicht mehr GEHEN. Radtouren zwischen 50 bis 70 km waren ohne größere Schmerzen noch möglich.
Nach Beratungsgesprächen in mehreren Fachkliniken habe ich mich im Oktober 2005 dann zu einer Hüft-OP entschlossen und mir wurde links ein neues Gelenk implantiert.
Bis 2 Tage vor der OP bin ich noch Rad gefahren.
Es ist sehr wichtig, dass man möglichst lange vor der OP noch aktiv ist, damit die Muskulatur und die Dehnung erhalten bleibt. Eine gute Muskulatur trägt nach der OP wesentlich zur schnelleren Genesung bei. Die Operation und die Rehamaßnahme sind gut verlaufen.
Nach der Rehamaßnahme hat mir mein Orthopäde weitere 18. Therapeutisch-Anwendungen  (D1=Dehnübungen und Muskelaufbau) verschrieben.
Zuhause habe ich die Dehnübungen jeden Tag nachvollzogen. Zeitgleich bin ich mit dem Training auf dem Heimtrainer angefangen. Am Anfang mit einer Belastung von 80 Watt. Im laufe der nächsten Wochen dann mit einer stetigen Steigerung bis 180 Watt. Nach Rücksprache mit meinem Orthopäden bin ich Mitte Januar wieder mit dem RADFAHREN angefangen (14 Wochen nach OP). Zurzeit fahre ich dreimal in der Woche Strecken zwischen 50 bis 80 km. Ich verspüre bisher keinerlei Schmerzen und fühle mich PUDELWOHL.
Ich werde sicherlich in Zukunft mit dem Mountainbike keine verblockten Trials mehr fahren (wegen Sturzgefahr und Luxation der Hüfte) sondern mich nur auf Forstwegen bewegen.
Zum Schluss möchte ich noch einige Dinge zusammenfassen, die nach meiner Meinung für Arthrose geschädigte Radfahrer sehr wichtig sind.

2.0  Hier einige Tipps zum  Radfahren bei Arthrose

Möglichst beim Radfahren den Wiegetritt vermeiden und im Sattel bleiben.
Leichte Gänge fahren, lieber hoher Trittfrequenz treten und nicht zu starker Widerstand.
Wichtig ist: Regelmäßig die Muskulatur dehnen und trainieren (Oberschenkel/Rücken/Nacken)
Zum Fahrradrad: Das Rad sollte die richtige Rahmenhöhe haben. Auf richtige Sitzposition und Sitzhaltung achten. Falls Sie mit einem Klick-Pedal fahren, sollten Sie auf die richtige Montage der Schuhplatten achten.
Siehe hierzu auch die Seiten » Sitzposition