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Tipps und Infos für Fahrradreifen

Das breite Reifen leichter rollen, dass ist sicherlich nicht jedem klar. Doch je breiter der Reifen und desto geringer ist der Rollwiderstand. Ein wichtiger Faktor ist dabei das Einfederungsverhalten des Reifens.
Ob beim MTB, Trekkingrad, Pedelec, Fitnessbike, Crossrad oder Rennrad die breiten Reifen sind gefragt.
Viele Radsportler nutzen die Vorteile dieser Reifen. Mehr Fahrkomfort und weniger Rollwiderstand sind die wesentlichen Vorteile. Bei der Montage eines neuen Reifen darauf achten, dass dieser keinen großen Höhenschlag hat  Siehe Punkt 3.0 .

1.0  Grundlagen der Reifentechnologie

Bild-ReifenRollwiderstand entsteht, weil Teile des Reifens wie Karkasse, Gummi und die Pannenschutz-Einlage sich beim Abrollen verformen.
Je stärker die Verformung, desto größer ist der Rollwiderstand.
Die wichtigste Einflußgrösse des Rollwiderstands ist die Verformung des Reifens. Der breite Reifen drückt sich ehe in die Breite platt, der schmalere Reifen hat eine schmalere aber auch eine längere Auflagefläche.
Das bedeutet, dass schmale Reifen bei einer stärkeren Einfederung  einen größeren Walkbereich (siehe Zeichnung ) haben. Deshalb ist auch der Rollwiderstand höher. Der breitere Reifen hat in Fahrtrichtung eine kürzere Auflagefläche (siehe Zeichnung "S").
Ergebnis: Der Reifen verformt sich weniger und rollt leichter.
Weshalb haben Rennräder und Fitnessbikes schmale Reifen? Schmale Reifen kann man stärker aufpumpen und dadurch verringert sich der Rollwiderstand. Schmalere Reifen sind auch leichter und lassen sich besser beschleunigen. Für den meisten Fahrern mit einer Geschwindigkeit zwischen 18- 26 km/Std. spielt der Luftwiderstand noch die Beschleunigung in der Regel eine wichtige Rolle. Hier steht Komfort und der geringere Rollwiderstand der breiten Reifen an oberster Stelle. Der verstärkte Federungseffekt der breiten Reifen hält Stöße vom Fahrer fern und das bedeutet weniger Kraftverlust. Breitreifen wie der Schwalbe "Big Apple" (50-60 mm breit) mindern die Stöße auf die Wirbelsäule um ca. 16 bis 24 %. Natürlich nur mit dem entsprechenden Luftdruck. Bei den Rennradfahrern geht schon seit Jahren der Trend zu breiteren Reifen. Die Reifenbreite 23 - 25 mm ist heute Standard. Einige Firmen bieten einen Rennradreifen auch in der Breite von 28 mm an. Die Mountainbikes werden heute je nach Einsatz mit Reifen in der Breite 50 - 62 mm (2,0- 2,45" ) ausgestattet.

2.0  Tipps für Ballon-Breitreifen
Mit dem Breitreifen Big Apple ist komfortables Radfahren ohne aufwändige Technik möglich.
Die Fahrbahn Unebenheiten werden bis 30 Prozent gemindert. Diese Reifen gibt es in 26 und 28 Zoll  und diese sind  50 bis 60 mm Breit und übernehmen mit ihrem großen Luftvolumen die Aufgabe der Federung. Ballonreifen federn besonders gut  für kurze Erschütterungen und lästige Vibrationen wie zum Beispiel auf Kopfsteinpflaster. Was muss beachtet werden: a)  Für eine komfortable und sichere Fahrt empfiehlt die Fa. Schwalbe je nach Reifenbreite und Belastung bei den Ballon-Breitreifen einen  Luftdruck von 1,5 - 2,5 Bar.
b)  Vor dem Kauf darauf achten, ob das  Laufrad zwischen Gabel, Hinterbau  und Schutzblech genügend  Platz hat.
2.1 Woran kann man erkennen welche Reifen montieren kann
Welche Reifenbreite montiert werden kann hängt von der Felgen-Maulbreite ab.
Die Maulbreite ist das Innenmaß der Felge. Felgen-Maulbreite 15c (mm) =  Reifen von 23 bis 32 mm Breite Felgen-Maulbreite 17c (mm) =  Reifen von 25 bis 50 mm Breite Felgen-Maulbreite 19c (mm) =  Reifen von 28 bis 62 mm Breite . Ausführliche Infos über Felgen und Refenbreite gibt es hier.
Weitere Infos über Reifen von der Firma-Schwalbe.
Achtung:
Testberichte über Fahrradreifen findet man hier.

3.0 Höhenschlag am neuen Reifen  

Leider kommt es immer häufiger vor, dass Neureifen einen zu großen Höhenschlag haben und dass ein
fabrikations Fehler vorliegt. Hat man einen Höhenschlag am Reifen sollte man diesen erst mal optisch
betrachten und einschätzen. Hat man aber das Gefühl, dass die Unwucht zu groß sollte man diesen messen.

Folgende Höhenschläge sollten bei fachgerechter Montage nicht überschritten werden und der Bild-Höhenschlag-Reifen
Reifen sollte dann reklamiert werden:

Trekkingrad mit feinen Profil bis 1,5 bis 2 mm , MTB mit Stollenprofil 3,5 bis 4 mm, Rennrad bis 0,5 mm (ohne Profil).
Spürt beim Fahren ein rubbeln am Laufrad/Reifen sollte der Reifen reklamiert werden.

3.1 Wie kann man den Höhenschlag am Reifen messen
Man braucht dazu eine Fühlerlehre.
a)
Wenn man einen  Zentrierständer ist das relativ einfach den höchsten Punkt am
Reifen zu ermitteln (Höhenschlag), Laufrad drehen und den niedrigsten Punkt ermitteln, dann mit der Bild-Höhenschlag-ReifenFühlerlehre den Abstand messen (Bild 1 und 2).
b) Hat man keinen Zentrierständer kann man folgendes machen:
An einen Rad mit Schutzbleche bohrt man ein Loch mit 4,5 mm
in das Schutzblech. Dann nimmt man eine Schraube M 4 ca. 40 mm lang mit 2 Muttern und führt diese durch das Loch ein.
Dann den höchsten Punkt am Laufrad ermitteln (Schlag) und die Schraube mit den Muttern auf diesen Punkt fixieren.
Das Laufrad weiter drehen und den niedrigsten Punkt ermitteln.
Dann mit der Fühlerlehre den Abstand messen (Schlag)

Das gebohrte Loch kann man später wieder mit einen Kunststoff-Stopfen verschließen.